Frauen helfen Frauen e.V. Düren
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Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen"


Das Thema „10 Jahre Gewaltschutzgesetz“ begleitete den internationalen Gedenktag am 25.11.2012 in Düren. Schon am 20. November lud das Frauenbüro Düren zu einer besonderen Veranstaltung ins Bürgerbüro ein.   Luzia Kleene von der Frauenberatungsstelle Düsseldorf  zog  eine Zwischenbilanz  zu 10 Jahren Gewaltschutzgesetz. Mit einer regionalen Expertinnenrunde bestehend aus Mitarbeiterinnen von der Polizei Düren (Marion Laßka), der Frauenberatungsstelle Jülich (Maria Brenner), und dem Frauenhaus Düren (Sonja Waltl) wurde die Veranstaltung fortgeführt.  Zum guten Schluss wurde unter dem Motto „Gewalt zerstört blühendes Leben“  die Fotoausstellung „Standpunkte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ erstellt von der Frauenberatungsstelle Jülich, eröffnet. Die Fotoausstellung war bis zum 08. Dezember im Bürgerbüro zu sehen.

Ergänzend hisste der  Verein Frauen helfen Frauen Düren am 25.11. seine blaue TERRE DES FEMMES-Fahne mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen / frei leben – ohne Gewalt“, anlässlich dieses Gedenktages, an Ihrer Beratungsstelle in der Gutenbergstr.

 

10 Jahre Gewaltschutzgesetz - eine Expertinnenrunde

Die Einführung des Gewaltschutzgesetzes  vor 10 Jahren hat die Situation von Frauen und Kindern verbessert.  Die Prämisse „wer schlägt muss gehen“,  hat sowohl den Opferschutz verbessert als auch die Eingreifmöglichkeiten der Polizei. Auch der Beratungsspielraum der Frauenberatungsstellen wurde erweitert. Eine Frau muss jetzt nicht mehr unbedingt ins Frauenhaus bei häuslicher Gewalt. Die Polizei kann den Täter erst mal für 10 Tage wegweisen und die Frau hat die Möglichkeit diese Zeit zur Klärung ihrer Situation zu nutzen. Sie kann u.a. auch die Wegweisung verlängern und auch die Zuweisung der Ehewohnung beim Amtsgericht beantragen.

Unter der Moderation von Christina van Essen wurden u.a. folgende Fragen erörtert:

Wie arbeiten Polizei und Frauenberatungsstellen zusammen? Die Polizei fragt die Frau in der Regel bei ihrem Einsatz ob sie von der Frauenberatungsstelle angerufen werden möchte und faxt die Daten an die nächste Frauenberatungsstelle. Die Mitarbeiterin der Beratungsstelle nimmt wiederum Kontakt zur Frau auf und lädt sie in die Beratungsstelle ein. In einem Gespräch kann geklärt werden wie gefährdet die Frau ist und welche Schritte als nächstes unternommen werden können.

Sind Frauenhäuser nicht mehr notwendig?  In manchen Fällen muß ergänzend zur Beratung in der Frauenberatungsstelle der polizeiliche Opferschutz zusätzlich eingeschaltet werden oder andere Hilfeeinrichtungen wie der Weiße Ring oder das Migrantinnen-Netzwerk (jetzt: Verein Godrute).

Frauenhäuser sind aber dennoch nicht überflüssig. Gründe für einen Frauenhausaufenthalt können sein:

■ Wenn die Frau lang andauernde Gewalt erfahren hat oder körperlich schwer verletzt wurde.

■ Wenn der Mann und / oder die Familie die Frau verfolgen. Hier spielen oft Suchterkrankungen oder psychische Erkrankungen des Paartners und / oder der kulturelle Hintergrund eine Rolle.

■ Bei Frauen die von Zwangsprostitution oder Zwangsheirat betroffen sind.

■ das subjektive Empfinden der Frau nicht ohne Frauenhaus aus der schwierigen Situation rauszukommen.

Da reichen oft die 10 Tage Wegweisung und auch eine Verlängerung nicht aus. Die Frauen brauchen aktive Unterstützung und Begleitung um sich aus der Gewaltspirale zu befreien. Manchmal muss auch ein Frauenhaus gewählt werden, dass weiter weg liegt.

Seit dem 01.09.2009 ist auch der Schutz von Kindern in Gewaltbeziehungen in den Blickpunkt von Verfahren in Gewaltschutzsachen gerückt. Wie wirkt sich dieser Umstand in der Arbeit der Polizei und der Beratungsstellen aus? Kinder sind auch häufig Zeugen der Gewalt an ihrer Mutter und deshalb auch traumatisiert. Die Polizei informiert das zuständige Jugendamt per Fax. Die MitarbeiterInnen des Jugendamtes nehmen Kontakt zu den betroffenen Familien auf und leiten evt. weitere Maßnahmen ein, empfehlen  evt. auch einen Frauenhausaufenthalt.

Welche Bedeutung hat der Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen im Kreis Düren? Am Runden Tisch nehmen alle Institutionen teil die mit Fällen von häuslicher Gewalt konfrontiert sind. Durch den regelmäßigen Austausch, Fachvorträge und Öffentlichkeittsarbeit wird die Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes permanent verbessert.  Aufgrund einer Sensibilisierung in der Gesellschaft haben die Fälle häuslicher Gewalt in den letzten 10 Jahren zwar zugenommen – es haben sich aber auch mehr Frauen Unterstützung geholt  und Anzeige erstattet.

Erstellt mit RapiLex-WMS